Dienstag, 17. April 2012

Music was my first Love

Wer kennt noch die Zeiten, als man mit Spannung vor dem abendlichen Radiogerät verharrte, um sonntags abends die Hitparade auf eine Kassette mitzuschneiden. Dafür hatte man sich die teure Chromkassette besorgt, eine 60er oder 90er. Immer wieder rechtzeitig nach dem Gesabbel des Moderators starten und am Liedende stoppen, warten, hören und dran bleiben. Am Ende der Sendung hatte man seine ganz persönlichen Lieblingssongs stolz beieinander um sie tagelang entweder auf jenem tragbaren Kassettenradio oder der elterlichen Kompaktanlage abzuspielen.


Eine Platte voller Schall

Ganz besondere Interpreten holte man sich zur gleichen Zeit auf Schallplatte nach Hause. Eine A-Seite und eine B-Seite (ja, man konnte die Dinge wenden), versprachen zusammen etwa 45Min. Musikgenuss. Bald gab es auch Doppelalben mit 2 Platten und reichlich Platz für die Innengestaltung nach dem aufklappen. Egal ob Märchenplatte zum Einschlafen im Bett oder die erste Rockplatte, jeder hatte, eine persönliche Lieblingsplatte. Für diese gab es dann noch extra Klarsichthüllen zur Werterhaltung. Hörbare Kratzer konnte man mit einer speziellen Flüssigkeit wieder unhörbar machen - eine Zeit lang.

Musik für unterwegs

Was heute der MP3-Player ist, war seinerzeit der Walkman. Im Walkman konnte man beim Joggen, am Strand oder auf der Reise seine Lieblingskassette hören. Max. 2 x 45 min. in der Regel. Walkmans waren gegen Ende ihrer Entwicklung nicht viel größer als die Kassetten selbst und lieferten teilweise ziemlich gute Soundergebnisse. Aufwendig war nur der ständige Transport der 10 Lieblingskassetten im Urlaub. Portable CD-Player dagenen waren schick, aber nie wirklich gut im Rennen. Sie waren zu groß und unterwegs zu anfällig beim Abspielen gegenüber dem robusten Magnetband eines Tapes.

Zurück in die Zukunft

Dann folgte die digitale Revolution. Freilich hat der Sound etwas gelitten bei den höchsten Höhen und den warmen Bässen durch notwendige Komprimierungsverfahren. Dafür packt man heute auf einen MP3 Player tonnenweise Alben und trägt sie auf einem Player, der nicht größer als ein Feuerzeug ist, immer bei sich. Und auch heute hat man das Gefühl die Entwicklung hat eine Art Endstadium erreicht. Immer neue Formate oder Techniken werden sich zeigen. Ohne die offenbar innerlich verankerte Liebe der Menschen zur Musik, zu Rhythmen, Melodien und Gefühlsausbrüchen wäre es so weit nie gekommen. Ein Ende ist nicht in Sicht...

1 Kommentar:

  1. Hitparade International mit Werner Reincke! Die ersten Aufnahmen auf einem BASF-mono-Cassettenrecorder waren Foreigner-Cold as Ice und Deep Purple-Highway Star. Plötzlich verließ meine Mami fluchtartig mein Zimmer, dabei war Blackmoore´s Solo doch soo toll!

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